Der Duft des Geldes |
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Gedanken des Autors Seit dem Beginn der 90er-Jahre hat das allgemeine Streben nach Geld (man möchte fast sagen die Geldgier) stark zugenommen. Die Gewinnmaximierung als oberstes gesellschaftliches Prinzip und die (scheinbare) Beteiligung des ganzen Volkes an diesem Share-holder-value-Rennen haben mich oft geradezu erschreckt. Was soll dieses vermehrte Streben nach Materiellem in einem Land, das in seiner Mehrheit eher ein Zuviel als ein Zuwenig hat? Aus verschiedensten Untersuchungen ist bekannt, dass für die bereits sehr wohlhabenden Schichten kein direkter Zusammenhang zwischen mehr Geld und einem grösseren Mass an Glück besteht. Und trotzdem - wie bei einer Sucht - strebt die reiche Schicht nach noch mehr... |
Ist ein Dokumentarfilm über die Welt der Begüterten ein Tabu- Bruch? Müsste man nicht, wie es sich gehört, einen Film über die Schwierigkeiten der Arbeitslosen drehen, die wenig Geld fürs Überleben haben? In meinen ursprünglichen Plänen für diesen Film über Geld sah ich vor, den Gegensatz zwischen arm und reich darzustellen. Aber damit erzählt ein Film schnell Bekanntes, würde leicht ins Moralisieren abgleiten. Zudem ist das Thema Geld so komplex und weitläufig, dass es nach einer klaren Eingrenzung verlangt. Ich habe mich deshalb entschlossen, nur reiche ZürcherInnen darstellen, um mich vertieft mit einem Thema, einer Schicht auseinander zu setzen. Die Mehrheit der Zuschauer wird nicht reich sein und damit aus sich selbst heraus den Gegensatz zu den Vermögenden im Film |
herstellen. Mich reizte also ein sorgfältiger Blick auf einige Lebensbio-grafien,um besser zu verstehen, wie Geld reiche Menschen beeinflusst und prägt. Reiche besitzen viel eher als ärmere Personen die Möglichkeit, frei ihren Umgang mit Geld zu bestimmen, da sie sich nicht um die primäre materielle Existenz zu sorgen brauchen. Es ist mir immer wieder aufgefallen, wie sich Reiche deshalb eine Art Lebenskonstruktion wegen ihrem Reichtum aufbauen. - Ziel des Films ist für mich, dass der Zuschauer selbst über sein Verhältnis zu Geld nachdenkt. Ich will ihm dabei nicht meine eigenen Wertungen und Moral vordemonstrieren, sondern "nur" beobachtend aufzeigen und verdeutlichen. Fortsetzung auf Seite 2 |
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