Transit Uri |
|||||
Immer mehr und immer weiter reisen die Menschen, immer mehr Güter werden hin und her verschoben. Scheinbar unaufhaltsam, stetig wachsend... Einer der schnellsten Wege durch die Alpen führt über den St. Gotthard, diesen Mythos der Urschweiz. "Europa" fährt vorbei, der Kanton Uri ist Durchgangsland. Die Transitachsen fliessen hier, eingeklemmt durch die steilen Berge, wie durch ein Nadelöhr... Autobahn, Eisenbahn, Strassen. Schon seit Jahren wehren sich viele Urner... es werde ihnen zuviel: Luft, Landschaft, ihr ganzer Lebensraum seien zu fest belastet. Insbesonders der Schwerverkehr auf der Strasse ist für viele ein Stein des Anstosses. Das Grossprojekt der NEAT (Neue Eisenbahn- Alpentransversale) verspricht, Verbesserungen zu bringen, den Schwerverkehr von der Strasse auf die Schiene umzulagern. Ein breiter Konsens kann in der Schweiz gefunden werden; die NEAT wird als "Eintrittskarte" für das zukünftige Europa verstanden. Ein richtungsweisender Beitrag in eine umweltschonende Richtung, sagen viele Politiker. Doch das Parlament weigert sich, die Umlagerung von der Strasse auf die Schiene gesetzlich festzulegen. Im Kanton Uri regt sich wiederum Opposition. Viele befürchten bloss eine weitere Verkehrsachse durch ihren Talboden, bloss noch mehr Verkehr... Ein persönlicher Blick von mir in diesen Kanton, in seine Landschaften; Gespräche mit Betroffenen, die in diesem Tal leben. Ein essayistischer Film über grundsätzliche Fragen der Mobilität... die Faszination des Mobil-Seins versus der Zerstörung des Lebensraumes, Hast und Gemächlichkeit, "Am-Ort-Sein" und flüchtige Vorbeifahrten... Filmaufnahmen von der Mitte der dreissiger Jahre des Urner Jonas Bühler geben Einblick in das Früher, erzählen davon, was ihn damals filmisch faszinierte. Was geht verloren, wenn wir fortschreiten, wenn wir alle unsere Bemühungen auf die Entwicklung der Mobilität richten? - Ein Bahnprojekt wie die NEAT macht die Ambivalenz zwischen dem Wunsch nach der Erhaltung des Lebensraumes und dem Zwang zur Optimierung und Rationalisierung, zur Erhöhung der Geschwindigkeit spürbar. Sind die Alpen nur noch ein Hindernis für den ungebremsten Austausch von Gütern und Menschen? Ein Urner sagte mir, die stetig wachsende Mobilität sei wie eine Sucht: man könne nicht anders, obwohl man wisse, dass es schädlich sei. Gefühle des Ausgeliefertseins, der Ohnmacht, der Hilflosigkeit empfinden viele im Urnerland, wenn man genauer hinhört. Was zählen schon 34000 Urner angesichts der grossen europäischen Verkehrsplanung? |
![]() ![]() ![]() |
||||